Baby unter Kuscheldecke

Neurodermitis bei Babys Erkennen & Reagieren

Bekommt ein Baby Neurodermitis, stellt das seine Eltern vor eine große Herausforderung. Starker Juckreiz, entzündete Hautstellen und ein weinendes Kind sind kein leichtes Los! Erfahren Sie alles über die Anzeichen, Ursachen und Behandlung von Neurodermitis, damit Ihr Baby schnell wieder gesund wird.

Die gute Nachricht vorweg: Neurodermitis (med. atopisches Ekzem) ist zwar die häufigste Hautkrankheit im Kindesalter – eine Spontanheilung ist jedoch jederzeit möglich. Allerdings entwickeln mindestens 30 % aller Babys, die unter Neurodermitis leiden, zumindest zeitweilig auch im Erwachsenenalter Ekzeme.

Bei Neurodermitis handelt es sich um eine chronische, nicht ansteckende Hautkrankheit, die häufig in den ersten Lebensjahren auftritt. Dabei zeigen sich erste Anzeichen und charakteristische Symptome der atopischen Dermatitis – vor allem Juckreiz – oft erst ab dem dritten Lebensmonat.

Bei Neurodermitis ist die Hautbarriere geschwächt und das Immunsystem überempfindlich. Betroffene erleben typischerweise einen phasenhaften Verlauf: eine schubfreie („symptomfreie“) Phase und eine akute Phase („Schub“). In beiden Phasen ist eine intensive Hautpflege notwendig und hilfreich.

Wissenswertes zur Babyhaut

Nach der Geburt verfügt das Neugeborene zunächst über einen natürlichen Hautschutz, die sogenannte Käseschmiere. Das helle Talgdrüsensekret besteht aus abgestorbenen Hornzellen und Fett, wird ungefähr in der 17. Schwangerschaftswoche gebildet und schützt die Haut des Fötus im Fruchtwasser. Bei der Geburt dient es als natürliches Gleitmittel, nach der Geburt als Kälteschutz. Die im Sekret enthaltenen antibakteriellen Substanzen schützen das Baby vor Infektionen während oder unmittelbar nach der Geburt.

Mutter streichelt Baby
Babyhaut ist dünner als die von Erwachsenen.

Die Haut eines Neugeborenen ist noch nicht vollständig entwickelt und somit nicht so widerstandsfähig. Die Schutzfunktionen der Babyhaut müssen erst reifen. So ist der Barrierefilm zwischen den Hautzellen, der sich aus Fetten (Lipide) und Schweiß bildet, noch nicht stabil. Dadurch ist Babyhaut sehr viel durchlässiger, sodass sie rascher Feuchtigkeit verliert und austrocknet.

Zudem werden Substanzen, mit denen Babyhaut in Berührung kommt, schneller aufgenommen und können leichter eindringen. Das gilt auch für Krankheitserreger und Keime. Außerdem ist das Unterhautfettgewebe ist noch nicht vollständig entwickelt, weshalb die Haut eines Neugeborenen deutlich kälteempfindlicher als die Haut von älteren Kindern und Erwachsenen ist. Die Gesichtshaut von Babys ist deutlich dünner als die Haut am übrigen Körper.

Anzeichen für Neurodermitis bei Babys

Welche Körperstellen sind betroffen

Bei Babys tritt die Neurodermitis typischerweise im Gesicht – vor allem auf den Wangen – und auf der Kopfhaut sowie an Knien und Ellbogen auf. Der sogenannte Milchschorf kann das erste Anzeichen einer Neurodermitis sein. Dieser äußert sich in Form von Hautrötungen und Krusten im Gesicht, auf der Kopfhaut sowie in den Arm- und Kniebeugen. Er sollte jedoch nicht mit „Kopfgneis“ verwechselt werden, der nichts mit Neurodermitis zu tun hat.

Baby mit Neurodermitis
Rötungen oder Krusten sind Anzeichen für Neurodermitis.

Gut zu wissen: Babys entwickeln sehr selten atopische Haut im Windelbereich. Windelausschlag kann zwar ähnlich aussehen, aber der Bereich ist zu feucht für Neurodermitis.

Neurodermitisschub erkennen

Das größte Problem bei Neurodermitis stellen vor allem die charakteristischen und meist stark juckenden Ekzeme dar. Bei akuten Schüben können sich die atopischen Ekzeme auf den gesamten Körper ausdehnen.

Hier sind die Eltern besonders gefordert: Sie sollten alles dafür tun, Ihr Baby vom Kratzen abzuhalten, da dies die Haut weiter schädigen und zu Entzündungen führen kann. Meist treten erste Symptome des atopischen Ekzems bei Babys mit dem Abstillen und beim Zufüttern von Beikost auf.

Ihr Baby hat möglicherweise einen Schub, wenn:

  • seine Haut entzündet und wund ist.
  • seine Haut nässt und vielleicht sogar blutet.
  • es leichten bis intensiven Juckreiz verspürt.

Ihr Baby oder Kind hat vermutlich keinen Schub, wenn:

  • das Auftragen von Feuchtigkeitscreme seine Symptome lindert.
  • es die Symptome ohne Kratzen aushalten kann. 
  • seine Haut intakt und nur leicht schuppig ist.
 
Juck-Kratz-Kreislauf
Durchbrechen Sie den Kreislauf aus Jucken und Kratzen.

Ursachen von Neurodermitis bei Säuglingen

Veranlagung, Herkunft und Familie

Die Veranlagung ist größtenteils genetisch bedingt. Leidet ein Elternteil unter Neurodermitis, liegt das Risiko einer Erkrankung beim Kind bei 40 %. Sind Vater und Mutter betroffen, steigt es auf 67 %. Wenn Allergien in der Familie vorkommen, insbesondere Heuschnupfen und Asthma, erhöht sich ebenfalls die Wahrscheinlichkeit an Neurodermitis zu erkranken. Untersuchungen zeigen, dass Kinder aus Industrieländern mit höherer Schadstoffbelastung sowie aus kalten Klimaregionen häufiger betroffen sind.

Mutter hält ihr Baby im Arm
Die genetische Veranlagung gilt als ein Auslöser von Neurodermitis.

Neben der genetischen Veranlagung spielen auch Umweltfaktoren und körperliche Belastungen, Infekte und Allergene eine Rolle. Zudem sind Neugeborene ebenfalls anfälliger, wenn die Mutter bei der Geburt schon etwas älter ist.

Bekannte Auslöser von Neurodermitis

  • Unverträglichkeiten von bestimmten Nahrungsmitteln und Getränken (z. B. Milchprodukte oder Nüsse).
  • Allergien gegen Tierhaare, Pollen oder Hausstaubmilben.
  • Äußere Faktoren, wie beispielsweise Umweltfaktoren, Witterungsbedingungen, Zigarettenrauch, Wasch- und Reinigungsmittel sowie Kleidung aus Wolle oder Nylon.

Tierhaare bei Katzen
Haare von Tieren können Neurodermitis auslösen.

TIPP: Wenn Ihr Baby unter Neurodermitis leidet, empfehlen wir Ihnen das Führen eines Tagebuchs. Darin können Sie festhalten, wie sich die Symptome Ihres Babys im Zusammenspiel mit bestimmten Faktoren entwickeln. Das hilft sowohl Ihnen als Eltern mit der Erkrankung umzugehen als auch dem Arzt bei der Diagnose und möglichen Therapieempfehlungen.

Behandlung von Neurodermitis bei Babys

Leider gibt es bislang keine Heilung für diese unangenehme und lästige Hautkrankheit, jedoch können Sie einiges tun, um das Leid Ihres Babys zu lindern.

Die richtige Pflege

In der ersten, schubfreien Phase sollte die Haut Ihres Babys täglich mit Emollienzien behandelt werden. Emollienzien sind Cremes, Lotions oder Gesichtscremes, die mit Badezusätzen und Duschölen verwendet werden können, um die Feuchtigkeit der Haut aufrechtzuerhalten. Sie beruhigen die geschädigte Haut und regenerieren deren natürliche Schutzbarriere. Weiche, geschmeidige Haut juckt weniger und ist weniger anfällig für Kratzen und Reizungen

Mama cremt Baby ein
Emollienzien verschaffen Linderung.

Zu den Hauptwirkstoffen von Emollienzien gehören Omega-6-Fettsäuren und Licochalcone A, Nachtkerzenöl sowie Traubenkernöl. Licochalcone A wird aus Süßholzwurzel gewonnen. Dabei handelt es sich um einen natürlichen entzündungshemmenden und oxidationshemmenden Wirkstoff, der Rötungen verringert und Entzündungen lindert.
Zudem wird eine regelmäßige Feuchtigkeitspflege empfohlen. Diese reduziert die Trockenheit und somit den Juckreiz der Haut. Dadurch wird auch das Risiko von Infektionen gesenkt und die Verdickung der Haut wird gestoppt.

Eucerin AtopiControl

Die Systempflege Eucerin AtopiControl ist bestens geeignet bei extrem trockener Haut und Neurodermitis Ihres Babys. Sie enthält keine Duftstoffe, Farbstoffe oder Parabene und ist für Babys ab 3 Monaten gut verträglich. Ausgenommen davon ist der Eucerin AtopiControl ANTI-JUCKREIZ SPRAY, der erst für Kinder ab 3 Jahren empfohlen wird. Dermatologische Studien bestätigen die sehr gute Pflegewirksamkeit und Hautverträglichkeit der Produkte.

 

Eucerin AtopiControl
Zum Beruhigen von atopischer Haut.

Dermatologische Behandlung

Bei akuten Schüben in der zweiten Phase müssen die Cremes und Lotions um ärztlich verschriebene, medizinische Pflegeprodukte ergänzt werden. Ein Wirkstoff dieser Cremes ist meist Corticosteroide. Dieser Wirkstoff wirkt bei der Behandlung schnell und lindert bei akuten Schüben den Juckreiz. Diese Cremes dürfen jedoch nur begrenzt und unter ärztlicher Anweisung angewendet werden.

Arztuntersuchung Baby
Corticosteroide wirken effektiv und schnell.

Pflegetipps für Neurodermitis

Generell spielt die tägliche und gewissenhafte Hautpflege eine entscheidende Rolle bei der Behandlung und Linderung von Neurodermitis. Mit geeigneten Pflegeprodukten können Sie die Haut Ihres Babys geschmeidig halten, vor Trockenheit schützen und die Symptome reduzieren. 

Babys Körperpflege bei Neurodermitis

Für die Behandlung eines Babys mit Neurodermitis ist eine dem Alter angepasste Hautpflege wichtig. Die Haut des Säuglings ist besonders leicht irritierbar. Harnstoff-Präparate können bei ihm zu Brennen und Missempfindungen führen. Empfehlung: Tragen Sie auf Hautstellen, die nässen, lieber leichte Öl-in-Wasser-Emulsionen auf. Schuppige und trockene Ekzeme vertragen hingegen eher festere Konsistenzen wie Fettcremes.

Baby mit Neurodermitis
Offene Wunden nicht eincremen, sondern zum Arzt.

Baby richtig eincremen

Die Anwendung selbst muss für das Baby angenehm sein und als "Streichelmassage" in einer Atmosphäre der entspannten Zuwendung erfolgen. Keinesfalls darf das Eincremen als lästige Pflichtübung oder gar als Strafe empfunden werden. Um die Hautbarriere zu stärken und die Neurodermitis zu lindern, sollten Sie so früh wie möglich mit einer gezielten Hautpflege beginnen.

Baby wird eingecremt
Mit besonders viel Liebe und Zärtlichkeit zieht die Creme gleich noch besser ein.

Körperpflege Schritt für Schritt

  1. Cremen Sie Ihr Baby mindestens zweimal täglich ein – am besten mit einer rückfettenden Salbe oder Lotion, besonders nach dem Baden. Hier bietet sich vor allem die Basispflege der AtopiControl Hautpflegeserie an. Während Omega-6-Fettsäuren und Ceramide die Schutzbarriere der Haut stärken, wirkt Licochalcone A beruhigend und reduziert die Hautrötung.
  2. Verwenden Sie möglichst milde Reinigungsprodukte. Alkalische Seifen sind aggressiv zur Haut und trocknen sie aus.
  3. Beschränken Sie die Badedauer auf nur wenige Minuten und bereiten Sie das Bad mit warmen (und nicht heißem) Wasser. Verzichten Sie besser auf Schaumbäder.
  4. Tupfen Sie die Haut sanft trocken, bevor Sie die Hautcreme auftragen.
  5. Sprechen Sie mit einem Hautarzt. Generell sollten Sie die Behandlung und die Hautpflege für Ihr Baby besser genau mit ihm absprechen.
 

Was hilft Ihrem Baby zusätzlich bei Neurodermitis?

Muttermilch ist die ideale Ernährung in den ersten Lebensmonaten. Deshalb ist die beste Form der Ernährung für Säuglinge das ausschließliche Stillen. Auch Teilstillen ist wertvoll. Das belegen etliche Studien. Demnach gilt das Stillen bis zum 6. Lebensmonat, ohne Zufütterung von Fremdeiweißstoffen, als beste Vorbeugung gegen allergische Erkrankungen und auch gegen Neurodermitis. 

Mit Muttermilch Neurodermitis vorbeugen

Kinderärzte und Allergologen empfehlen Säuglinge mindestens vier, möglichst sechs Monate ausschließlich zu stillen. Dies gilt insbesondere für Nachwuchs von Eltern mit Allergiebelastung. Sollte das Stillen mit Muttermilch nicht möglich sein, können alternativ allergenarme Muttermilchersatzprodukte mit dem Zusatz HA (hypoallergen) gefüttert werden.

Mutter stillt ihr Baby
Muttermilch enthält alle wichtigen Nährstoffe.

Gut zu wissen: Muttermilch ist das einzige Nahrungsmittel, das körpereigenes Eiweiß enthält, gegen das keine Allergie entwickelt werden kann. Allerdings ist Muttermilch nicht völlig frei von Allergenen. Denn Spuren aller Lebensmittel, so auch Allergene, können aus der Nahrung der Mutter in die Milch übergehen. Dieser frühe Kontakt des Kindes mit minimalen Mengen an Allergenen ist ein natürlicher Vorgang, der normalerweise dazu führt, dass sich das Immunsystem des Kindes langsam an fremde Eiweiße gewöhnt und diese zu tolerieren lernt.

Die richtige Ernährung

Ernährung ist das A und O. Grundsätzlich brauchen Säuglinge (Kinder im ersten Lebensjahr) eine besondere Ernährung. Das ergibt sich aus ihrem hohen Energie- und Nährstoffbedarf, ihrer Bewegungsentwicklung (neuromotorische Entwicklung) und einigen noch nicht vollständig ausgereifter Verdauungs-, Stoffwechsel- und Ausscheidungsfunktionen. Ebenso muss das Immunsystem noch reifen. Achten Sie bereits im Krankenhaus darauf, dass Ihr Neugeborenes ausschließlich hyperallergene Babynahrung bekommt und nicht versehentlich mit Fremdprotein gefüttert wird – z. B. mit Muttermilchersatz in Form von Kuh- oder Sojamilch.

Babyfläschchen steht auf Tisch
Achten Sie auf eine gesunde Ernährung Ihres Babys.

Sonnenschutz

Vermeiden Sie in den ersten Lebensmonaten Ihres Säuglings die direkte Sonneneinstrahlung. Danach schützen Sie es beispielsweise mit dem Eucerin Sensitive Protect Kids Mineral Sun Lotion LSF 30+. Diese spezielle Sonnenpflege ist für Babys ab 3 Monaten geeignet. Wirksamkeit und Hautverträglichkeit wurden in dermatologischen Studien – selbst bei Kindern mit Neurodermitis – nachgewiesen.

Baby wird mit Sonnencreme eingecremt
Sonneschutz reduziert das Riskiko von Hautschäden

Hautfreundliche Kleidung

Achten Sie auf hautfreundliche Kleidung. Ziehen Sie Ihrem Nachwuchs weite Kleidung aus Baumwolle oder Leinen an. Dadurch vermeiden Sie unnötige Hautreizungen. Waschen Sie neue Kleidungsstücke Ihrer Kinder immer mehrfach vor dem ersten Tragen.

Baby sitzt auf Bett und lacht
Kleidung aus Baumwolle ist sanfter zur Haut.

Weitere Ratschläge bei Neurodermitis

  • Baden Sie Ihr Baby in warmem, aber nicht heißem Wasser und nicht länger als 5–10 Minuten.
  • Keine Schaumbäder verwenden.
  • Verwenden Sie keine Schaumbäder. Greifen Sie für Babys ab drei Monaten lieber zum Eucerin AtopiControl Dusch- und Badeöl als Badezusatz.
  • Tupfen Sie die Haut Ihres Babys trocken und cremen sie seinen Körper anschließend direkt mit einer feuchtigkeitsspendenden Spezialpflege ein.
  • Halten Sie die Fingernägel Ihres Babys kurz und ziehen Sie ihm in der Nacht Baumwollhandschuhe an, damit es seine Haut nicht aufkratzen kann.
  • Halten Sie die Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit in Ihren Wohnräumen – speziell im Kinderzimmer – niedrig.
 

Beste Freunde für Kuscheltage ohne Juckreiz

Lernen Sie jetzt Antons Welt kennen: mit Spaß, Unterhaltung und Ablenkung für kleine Neurodermitis-Patienten.

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