Das Immunsystem der HautDie Haut als flächenmäßig größtes Organ verfügt mit den Langerhanszellen in der untersten Epidermisschicht über spezialisierte, immunologisch kompetente Zellen. Die Langerhanszellen spielen eine zentrale Rolle im Immunsystem der Haut und sind in ihrer Funktion eng verknüpft mit dem systemischen, im ganzen Körper wirksamen Abwehrsystem. |
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Ursprung und Physiologie der Langerhanszellen Sie stellen den periphersten "Posten" des Immunsystems dar und gehören neben den Makrophagen und den Granulozyten der myeloischen Zellreihe an. Im elektronenmikroskopischen Bild sind intrazellulär hochcharakteristische zytoplasmatische, tennisschlägerartige Zellorganellen, das "Langerhans-Granula", erkennbar. Diese spielen eine wichtige Rolle bei rezeptorspezifischen Endozytosevorgängen. |
![]() Verteilung epidermaler Langerhanszellen (dunkle Flecken) in einer Saugblasenbiopsie |
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Die Funktionsweise der Langerhanszellen Nach Kontakt mit dem entsprechenden Antigen (Viren, Kontaktallergene, Hauttransplantate) verläßt die Langerhanszelle die Epidermis und gelangt über den Lymphstrom in einen Lymphknoten. Auf diesem Weg durchläuft die Langerhanszelle einen Reifungsprozeß, der zur Präsentation des Antigens auf der Zelloberfläche führt. Die auswandernden Zellen werden durch eine entsprechende Anzahl neuer Langerhanszellen aus dem Knochenmark ersetzt. |
Makrophagen eine Form der Freßzellen (Phagozyten) reagieren als erste auf Eindringlinge. Sie kommen in der Haut in verschiedenen Erscheinungsformen vor: In der Epidermis sind dies die Langerhanszellen, in der Dermis die sogenannten Gewebsmakrophagen. |
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Im Lymphknoten aktivieren die so gereiften Langerhanszellen T-Helfer-Zellen, die ihrerseits passende antigenspezifische Rezeptoren auf ihrer Oberfläche besitzen. Sie leiten somit die Reaktion des systemischen Immunsystems ein. |
T-Helfer-Zellen gehören zur Gruppe der T-Lymphozyten. Dabei unterscheidet man zwischen Suppressor- und Helfer-Zellen, die die Immunantwort steuern und solchen, die für die Beseitigung von Antigenen zuständig sind. |
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Äußere Einflüsse auf das Immunsystem der Haut
Nach intensiver UV-Exposition konnte beobachtet werden, daß die Langerhanszellen ihre dendritischen Zellfortsätze einziehen und aus der Epidermis auswandern. Interleukin-10 (IL-10), das durch die Zellen der Haut bei UV-Bestrahlung freigesetzt wird, bewirkt zudem eine Beeinträchtigung des gesamten Immunsystem, also auch in den unbestrahlten Gebieten. Auf diese Weise entstehen in der Haut immunsupprimierte Bereiche, die einerseits UV-geschädigten Hautzellen Gelegenheit geben, ihre Schäden zu reparieren und nicht durch eine vorzeitige Immunantwort eliminiert zu werden. |
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