|
Stratum papillare und Stratum reticulare
Das Stratum reticulare (stratum = Decke, Schicht; reticular = netzförmig/lat.) bildet den unteren Teil der Dermis. Diese geht kontinuierlich in die tiefergelegene Subcutis (Unterhaut) über. Das Stratum papillare (papille = Höcker/lat.) ist die obere Schicht: Sie bildet die scharfe, wellenförmige Grenze zur Epidermis (Oberhaut). Die wellenförmige Struktur vergrößert dabei die Kontaktfläche zur Epidermis. So wird eine optimale Nährstoffversorgung der untersten Epithelschicht der Epidermis den Basalzellen über die in den Papillarkörpern verlaufenden Blutgefäße sichergestellt.
Das Bindegewebe der Dermis
Hauptbestandteil der Dermis sind die proteinoiden Bindegewebsfasern bogenförmige, elastische Fasern und wellenförmige, kaum dehnbare Kollagenfasern. Diese bedingen die hohe Elastizität und Zugfestigkeit der Lederhaut.
|
|
|
|
Junge Kollagenfaser-Glycosaminoglycan-Verbunde können reichlich Wasser binden und bestimmen so die hohe Eigenspannung (Hauttugor) der jungen Haut. Mit zunehmenden Alter vernetzen die kollagenen Fasern verstärkt das Wasserbindevermögen verringert sich. Die Haut neigt zur Fältchenbildung.
|
|
Glycosaminoglycane (Mukopolysaccharide) verbinden sich mit dem protenoiden Bindegewebsgerüst zu sogenannten Proteoglycanen. Diese bilden eine gelartige Masse, die Wasser wie ein Schwamm aufnehmen und wieder abgeben kann.
|
|
Bindegewebe, Glycosaminoglycane und Wasserbindungskapazität
Die Zwischenräume des dermalen Fasergeflechtes beinhalten eine Art "Füllmasse" aus langen Ketten von Zucker-Molekülen (Polysaccharide; poly = zahlreich, viel; sacchar = Zucker/griech.). Diese sogenannten Glycosaminoglycane (auch Mukopolysaccharide), die sich mit Hilfe der Fibronectine, eine Art "Klebstoff", mit dem proteinoiden Bindegewebsgerüst zu Proteoglycanen verbinden, können Wasser-Moleküle aufnehmen. Diese gelartige Masse funktioniert wie ein Schwamm. Unter Druck kann das gebundene Wasser reversibel abgegeben und wieder aufgenommen werden. Dieser Prozeß trägt wahrscheinlich zur Nährstoffversorgung der Dermis (Lederhaut) bei.
Die Hyaluronsäure (hyalo = Glas/griech.) gehört zu der Gruppe der Glycosaminoglycane und damit zur wasserbindenden Einheit des Bindegewebes. Glycosaminoglycane unterliegen einem steten Auf- und Abbau. Dagegen wird das Kollagen-Gerüst nur bei Bedarf, wie zum Beispiel bei Verletzungen der Haut, erneuert.
Weitere Bestandteile der Dermis sind unterschiedliche Zelltypen wie Fibroblasten, Mastzellen und andere Gewebszellen, zudem zahlreiche Blut- und Lymphgefäße, Nervenendigungen, Wärme- und Kälterezeptoren sowie Tastsinnesorgane.
|
|
|